"Wir sind eine Gemeinde aus lebendigen Steinen …"
-,„…IM GESPRÄCH MIT…“ ein Interview aus unserer Gemeinde
Das heutige Interview ist die angekündigte Fortsetzung der Gesprächsserie „….IM GESPRÄCH MIT ..“, die in der VINZ!-App und auf der Gemeinde-Homepage in zeitlich loser Reihenfolge erscheint.
Liebe, Brigitte Janowicz, herzlichen Dank vorab, dass Sie sich zu einem Interview in dem Gesprächsformat unserer Ev. Kirchengemeinde Bochum-Harpen „…IM GESPRÄCH MIT…“ bereiterklären. Frau Janowicz und ich kennen uns über die ehrenamtlichen Tätigkeiten und Begegnungen in unserer Gemeinde und haben uns im folgenden Interview in der „Du-Form“ angeredet.
Brigitte, bevor Du in Harpen in Erscheinung getreten bist, begann es mit Deiner geografischen Herkunft außerhalb der Grenze Westfalens. Wo hast Du das Licht der Welt erblickt?
Geboren bin ich in Mönchengladbach/Rheydt. Dort habe ich auch den Kindergarten, der von einer Diakonisse geleitet wurde, besucht.
Welche Schulen hast Du besucht und was waren Deine Lieblingsfächer in der Schulzeit?
Ich habe die Volksschule in Rheydt besucht, anschließend die Realschule. Meine Lieblingsfächer waren Mathe, Deutsch ,Sport und Kunst. Die Pausen habe ich mit meinen Mitschülerinnen auf dem Schulhof mit körperlichen Aktivitäten, wie Seilchenspringen, genossen.
Wir sprachen im Interview auch über Deine berufliche Ausbildung und anschließende Tätigkeiten und Stationen. An welcher Schule hast Du Deine berufliche Basis erworben und welche Aufgaben/Verantwortungen danach übernommen?
Nach meiner 3 jährigen Ausbildung an der Fachschule für Sozialpädagogik, habe ich 5 Jahre in einem Kinderheim in Köln gearbeitet. Dort habe ich eine Wohngruppe mit 12 Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 18 Jahren betreut. Es mussten alle Bereiche des täglichen Lebens abdeckt werden, z.B. Freizeitaktivitäten planen und durchführen, Arztbesuche, Teilnahme an Elternabenden u.v.m. Außerdem ist eine enge Zusammenarbeit mit der Heimleitung, dem Jugendamt und Behörden ein fester Bestandteil.
Ich wollte mich beruflich verändern, um den Wechsel-Nacht-und Wochenenddienst zu verlassen. Darum nahm ich eine Stelle in einer viergruppigen Tagesstätte in Grevenbroich an.
Die Heirat hat mich nach Bochum verschlagen, Hier bekam ich eine Arbeitsbeschaffungsmaße im evangelischen Kindergarten in Wattenscheid-Höntrop, als unser Sohn ein Jahr alt war. Dort habe ich zwölf Jahre gearbeitet. Mein Sohn hat im Ort die Kita und die Grundschule besucht. Dadurch hatte ich kaum soziale Kontakte in Harpen.
Anschließend habe ich mehrere Einrichtungen in Bochum geleitet, unter anderem die Kita im Alten Amtshaus in Harpen, die Havelstraße in Kornharpen, die Dr.-C.-Otto-Straße in Dahlhausen (mir war nicht bewusst , dass Dahlhausen soweit von Harpen entfernt ist). Meine letzte Station war eine Kita in Bochum Langendreer. Seitdem ich im Ruhestand bin, habe ich durch den Kochclub im Gemeindehaus viele neue und wertvolle Kontakte knüpfen können, die mein Leben sehr bereichern.
Neben Deinen beruflichen Herausforderungen, hattest Du noch Zeit für Hobbies und Freizeitaktivitäten, wenn ja, welche Neigungen, Interessen gehst Du?
Ich gehe regelmäßig zum Sport, zum einen zu Vorwärts Kornharpen, zum anderen zu Bewegung mit Leib und Seele, bei trockenem Wetter draußen auf dem Platz vor der Vinzentiuskirche. Ein weiteres Hobby sind die Theaterbesuche im Saalbau in Witten. Dort habe ich ein Abo.
Ich pflege gerne Freundschaften und blicke dieses Jahr auf eine 60-jährige Freundschaft mit meiner ehemaligen Klassenkameradin zurück. Sie lebt im Westerwald und trotz der 170 km Entfernung treffen wir uns häufig. Mindestens zwei Urlaube verbringen wir im Jahr gemeinsam. Es ist immer sehr unkompliziert und entspannt mit ihr.
Na ja, ich bin kreativ und bastel gerne. Ich falte aus Origami-Papier unterschiedliche Motive, die häufig bei Senioren-Kaffeetrinken zum Einsatz kommen. Ich lese sehr gerne, alles außer Science-Fiction und Literatur, in der viel Blut fließt. Ich probiere gerne neue Rezepte aus, und das Backen gelingt mir auch.
Brigitte, nach dem Dich Dein persönlicher Lebensweg über Bochum-Bergen nach Harpen geführt hat und Du Dich in unserer Gemeinde ehrenamtlich einbringst , blieb Dir noch Zeit für eine besondere außerordentliche ehrenamtliche Herausforderung beim Amtsgericht Bochum. Was war es und wie kam es dazu, über wie viele Jahre hast Du Dich dort engagiert?
Fünf Jahre war ich als Schöffin beim Amtsgericht Bochum eingebunden und habe dort interessante, spannende Verhandlungen erlebt. Die Bewerbung für das Amt habe ich über die WAZ entdeckt. Ich habe mich online beworben und Wochen später – ich hatte schon nicht mehr daran gedacht - bekam ich Post vom Gericht. Es nehmen immer zwei Schöffen an einer Verhandlung teil, mit der Möglichkeit, in die Urteilsfindung eingebunden zu werden.
Du bist seit Deinem Lebensumfeld in Harpen in einem sehr engen Kontakt mit unserer Gemeinde und den Menschen. Was begeistert Dich besonders an unseren Gemeindeangeboten zum Mitwirken und welche sind es, in die Du Dich engagierst?
Seit Oktober 2024 haben Tessa Welskopf und ich eine Line-Dance Gruppe im Gemeindehaus installiert. Wir treffen uns alle zwei Wochen. Dieses Angebot wird ausgesprochen gut angenommen. Es macht Spaß, fordert den Körper und die grauen Gehirnzellen. Außerdem bieten wir Beide ca. zweimal im Jahr „Schlagerbingo“ an. Es ist ein lustiger Nachmittag und das Besorgen der kleinen Preise ist schon ein Highlight.
Über den Kochclub der Gemeinde bin bin zu vielen Aktivitäten innerhalb des Gemeindelebens „gerutscht“. Ich begleite Ferienfreizeiten z.B. Norderney, Borkum, Lüneburger Heide. Ich beteilige mich an Festen und Feiern, bin im Ausschuss 60 +/- und gerne bereit mitzuwirken, wenn Hilfe gebraucht wird. Es macht mir sehr viel Spaß Menschen kennenzulernen und in Kontakt mit ihnen zu treten.
Brigitte, durch Dein Engagement in zahlreichen ehrenamtlichen Gemeindeaktivitäten, die Du mit Begeisterung wahrnimmst, konntest Du sicherlich einen Einblick in das kirchliche Geschehen in unserer Gemeinde gewinnen. Was sollte, müsste nach Deiner Ansicht gegenwärtig und auch künftig getan werden, um den Zusammenhalt in unserer Gemeinde zu gewährleisten?
Niederschwellige Angebote, persönliche Begegnungen, Zeit schenken, Unterstützung für Benachteiligte ,soziale Beratung, kulturelle Teilhabe gewährleisten, um Wege aus der Einsamkeit zu schaffen. Ich denke , dass in der Gemeinde sehr viel davon schon umgesetzt wird. Die Angebote für Kinder und Jugendliche, z.B. das Plätzchen backen in der Adventszeit, der Jugendtreff Konfitüre, KiFeTa, Karten kloppen, der Auftritt der Bochumer Symphoniker, Frauenhilfe, Kaffee und Keks, das Café am Sonntag und vieles mehr. Ich wünsche mir, dass das Gemeindeleben auch weiterhin in Zukunft so bunt und vielfältig bleibt.
Ich danke Dir, Brigitte, dass Du Dich bereit erklärt hast, dass das Interview in der VINZ-App und auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum-Harpen veröffentlicht werden kann.
(Das Interview führte Eduard Bobiatynski, Presbyter der Ev. Kirchengemeinde BO-Harpen)